Die Restaurierung des Seitenaltares der Pfarrkirche St. Koloman bei Fridolfing wurde in den Jahren 2001 bis 2002 durchgeführt. Der Altar enstand vermutlich im ausgehenden 17. Jh., Gehäuse und Fassung waren stark verunreinigt und beschädigt. Insbesondere die Vergoldung des ornamentalen Schnitzwerkes und der rahmenden Leisten wies starke Abplatzungen und großflächige Lockerungen auf.

 

 

 

 

 

Endzustand

   
Verleimungen zwischen Architekturteilen und Applikationen hatten sich gelöst, Dehnungsfugen und Schwundrisse gebildet, Eisennägel waren korrodiert. Leisten und geschnitzte Ornamentik waren zum Teil nicht mehr vorhanden.
Vorzustand  
Mit der Befunduntersuchung der Altarfassung konnten insgesamt drei Fassungen nachgewiesen. Während sowohl die Istfassung als auch die vorangehende, aus dem frühen 19. Jh. stammende Fassung in hellem Caput-Mortuum-Ton ausgeführt waren, zeigte die Erstfassung einen leuchtenden, grünlich nuancierten Blauton. Als Pigment konnte Smalte (gemahlener Glasfluß) nachgewiesen werden.
 
Im Bereich des Schnitzwerks von Auszug und Altarblattrahmen waren die Schäden besonders gravierend: Schichten der Vergoldung hatten sich großflächig gelockert oder waren bereits abgeplatzt. Ein Großteil der nicht mehr fixierbaren, bis auf den Untergrund zerstörten Vergoldung musste mechanisch abgenommen und die noch verbleibende Vergoldung gefestigt werden. Die fehlenden Holzschnitzereien an Ranken und Leisten wurden in Lindenholz nachgeschnitzt. Die durch Schwund hervorgerufenen Risse wurden ausgespant, kleinere Risse ausgekittet. Die originale Metallisierung blieb nur an wenigen Stellen erhalten und mußte großflächig erneuert werden.
 
 
Das Aufsatzbild mit der Darstellung des Hl. Sebastian wies eine starke Verunreinigung auf. Besonders im unteren Drittel des Bildes war die Malschicht bis auf den Holzträger abgeplatzt. Nach der Festigung der Malschicht wurde das gesamte Bild gereinigt. Die Fehlstellen wurden gekittet und durch Retuschierung geschlossen.  
 
 
Die beiden Säulen der Retabelarchitektur liessen unter der grau ausgeführten Istfassung an der Säulenrückseite eine ältere beigefarbene Marmorierung erkennen. Da die Säulen während ihrer letzten Überfassung im architektonischen Verband belassen worden waren, waren ihre Rückseiten nicht vollständig überfasst worde. Dadurch war in einem vertikalen Streifen noch die frühere Marmorierung zu erkennen. Beide Säulen erhielten eine Neufassung in Anlehnung an die frühere Marmorierung.
   
 
Das Altarblatt mit der Darstellung der Armen Seelen wies starke Verwerfungen und Wellen auf. Die Malschicht war durch ein ausgeprägtes Craquelee sowie zahlreiche kleinere Ausbrüche gefährdet. Zudem wurde der Gesamteindruck des Bildes durch nachträgliche Übermalungen gestört. Um einen weiteren Substanzverlust zu verhindern, wurden die losen Malschichten durch Festigung gesichert. Nach Abnahme der Übermalungen wurden die Fehlstellen gekittet und retuschiert.
Vorzustand Endzustand