Der neugotische Hochaltar der Kuratiekirche St. Ägidius in Kirchstein (Landkreis Traunstein) war 1869 von Franz Xaver Hoermann errichtet und 1951 ohne Rücksicht auf die farbliche Vorgabe der Originalfassung vollständig auf Dispersionbasis überfasst worden. Bei der von uns im Jahr 1997 durchgeführten Restaurierung wurde die Originalfassung freigelegt und retuschiert. Mit der Abnahme der monochromen Überfassung der Predellafüllungen kamen gut erhaltene nazarenische Engeldarstellungen zum Vorschein.  
 
In der Filialkirche in Mehring (Landkreis Traunstein) wurden die Altäre zusammen mit der Raumschale in ihrer jeweiligen Erstfassung gestaltet.
 
Während die Beheizung einer Kirche ein behagliches Raumklima ermöglicht, schädigen die dadurch entstehenden Temperaturschwankungen die Fassung der Kirchenausstattung. Auch zu nah am Objekt aufgestellte Pflanzenbegrünung erhöht die Feuchtigkeitseinwirkung und behindert die Luftzirkulation. In den unteren Partien des Altaraufbaus (insbesondere Altartisch und Sockelzone) ist die Fassung daher häufig besonders stark gefährdet.
 
Durch Kittung der Fehlstellen und anschließende Retuschierung können die verlorenen Partien einer beschädigten Marmorierung ergänzt werden. Mit Punkt- oder Strichretuschen kann das ursprüngliche Gesamtbild wiederhergestellt werden. So bleiben die mit der Restaurierung vorgenommenen Eingriffe für den Sachverständigen ablesbar und sind bei genauerer Betrachtung von der Originalsubstanz zu unterscheiden.  
 

Im Rahmen einer Befunduntersuchung wurde für den Seitenaltar in St. Koloman eine originale Erstfassung in Smalte nachgewiesen. Nach Konservierung der bestehenden Istfassung wurde die originale Fassung des Gehäuses rekonstruiert.

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Nicht allein die Fassung, sondern auch der Holzträger ist Klimaschwankungen und Alterungsprozessen unterworfen. Gelöste Verleimungen und Rißbildungen können die Stabilität der Konstruktion gefährden

 

 

Durch Neuverleimung oder auch Ausspannen werden die Risse geschlossen und die Stabilität der Konstruktion wiederhergestellt.

Vorzustand Endzustand
 
Eine andere Form der Instabilität wird durch Anobienbefall hervorgerufen. Holzschädlinge spezialieren sich bei kühlem und feuchten Raumklima auf Hölzer eines bestimmten Alters. Fortschreitender Anobienbefall führt zur Aufweichung und Zersetzung des Holzträgers. Hierbei können großflächige Unterhöhlungen der Fassung entstehen, die zur Instabilität des gesamten Objektes führen können. Geeignete Maßnahmen bilden hierbei die Schädlingsbekämpfung, eine Festigung der Holzsubstanz und auch, soweit notwendig holzbildhauerische Ergänzungen.
 
Aufsatzkreuz Rückseite / Vorzustand Endzustand